Schauspielerei

Schauspielerei

Bereits in ihrer Schulzeit hegte Lilli Palmer den Wunsch, wie ihre ältere Schwester Irene Prador Schauspielerin zu werden, sie verfolgte dieses Ziel unbeirrbar. So nahm sie nach den regulären Schulstunden Unterricht bei den beiden berühmten Schauspielerinnen Ilka Grüning und Lucie Höflich an deren Schauspielschule. Beide Ausbildungen bestand sie, ihre ersten Auftritte erfolgten am Rose-Theater in der damaligen Großen Frankfurter Straße. Dennoch stand in ihrer Jugend eine andere Tätigkeit im Vordergrund – Lilli Palmer galt vor allem als großes Tischtennistalent: 1930 wurde sie für die Weltmeisterschaft in Berlin nominiert; sie verlor gegen die spätere Goldmedaillengewinnerin Mária Mednyánszky.

Den Anfang nahm ihre Schauspielkarriere schließlich am Hessischen Landestheater Darmstadt. 1934 emigrierte sie nach Paris, da sie als jüdische Schauspielerin dem Auftrittsverbot unterlag. Zusammen mit ihrer Schwester trat sie unter dem Künstlernamen Les Sœurs Viennoises in verschiedenen Nachtlokalen auf, ehe London die nächste Etappe in Lilli Palmers Leben darstellen sollte. Dort spielte sie in Crime Unlimited die weibliche Hauptrolle. Dieser erste Vertrag ebnete ihr 1936 den Weg zu einer Nebenrolle im Hitchcock-Film Geheimagent.

1943 heiratete Lilli Palmer den englischen Filmstar Rex Harrison, im folgenden Jahr wurde der gemeinsame Sohn Rex Carey Alfred Harrison geboren. Kurz darauf emigrierte Lilli Palmer dank eines Filmvertrags aus Hollywood in die USA, wo sie zusammen mit den Größen des damaligen Kinos vor der Kamera stand: u.a. mit Gary Cooper in Cloak and Dagger und mit John Garfield in Body and Soul. Die Ehe zwischen Lilli Palmer und Rex Harrison zerbrach schließlich –dennoch waren sie weiterhin gemeinsam als Schauspieler tätig, beispielsweise in der Broadwayproduktion Bell, Book and Candle. Sie blieben zudem noch lange Jahre verheiratet.

Als sie 1954 nach Deutschland zurückkehrte, avancierte Lilli Palmer zusammen mit Curd Jürgens und Romy Schneider zu den Stars des Nachkriegskinos. Und auch in Frankreich, Großbritannien und den USA blieb der weitere Erfolg nicht aus: Sie drehte mit weltberühmten Schauspielern wie Clark Gable, James Mason, Jean Gabin und Charles Boyer und wurde mit zahlreichen Preisen (z.B. dem deutschen Filmband in Gold) ausgezeichnet.

Erst im Jahr 1956 ließen sich Lilli Palmer und Rex Harrison offiziell scheiden, im Jahr darauf heiratete sie erneut, diesmal den argentinischen Autor und Schauspieler Carlos Tomspon.

Neben den zahlreichen Kinofilmen wirkte sie später auch in Fernsehfilmen und Fernsehserien mit. In den Jahren 1972 bis 1979 war sie beispielsweise in zehn Folgen von Eine Frau bleibt eine Frau zu sehen, 1974 in der zweiten Folge von Derrick. Für diese Serie schrieb auch einige der Geschichten unter dem Namen ihres verstorbenen Großvaters.